Bewegung - pure Medizin für das Herz

Unser Herz (lateinisch Cor) hat einen Fulltime-Job – es ist rund um die Uhr in Aktion und Urlaub hat es auch keinen. Es sorgt dafür, dass mit dem Blut unter anderem Sauerstoff und Energie in jede einzelne Zelle gelangen - sechs- bis achttausend Liter täglich befördert es durch unseren Körper. Und den Müll bringt unser Lebenssaft auch gleich raus: Kohlendioxid wird zur Lunge befördert, damit wir es ausatmen können, die Wundheilung funktioniert quasi automatisch.
70 Mal kontrahiert unser Herz durchschnittlich pro Minute, 4.2000 Mal pro Stunde – das bedeutet ein tägliches Arbeitspensum von circa 100.000 Schlägen.
Davon abgesehen hat diese „Pumpe“ auch emotional große Bedeutung. Da ist von „Herzschmerz“ die Rede, bei Liebes- und sonstigem Kummer, es geht einem etwas sehr „zu Herzen“, trifft uns wie „ein Stich ins Herz“ oder kann uns „das Herz brechen“. Wir weinen „herzzerreißend“, unser Herz „hüpft vor Freude“ oder „rast vor Angst“. Unser Herz, unsere Atmung und unsere Gefühle sind stark miteinander verbunden. Niemand wird es bestreiten: Nicht nur unsere Gesundheit, sondern unser gesamtes Befinden hängt davon ab, ob wir uns von Herzen wohlfühlen. 
Eine gesunde Ernährung und das Meiden von Genussgiften sind zwei wichtige Pfeiler, auf die unser Herz bauen kann. Die Muskeln zu stärken liegt voll im Trend – unser Herz ist ebenfalls ein Muskel, der trainiert werden will. Also:


Hand aufs Herz: Bewegen wir uns genug?


Es war einmal, vor langer, langer Zeit, da gab es noch keine Computer, keine Fernsehgeräte und keine Rolltreppen, noch nicht einmal Autos oder sonst irgendwelche motorisierten Fortbewegungsmittel. Der Mensch war angewiesen auf seinen eigenen „Motor“ und seine eigene Muskelkraft, er ist praktischerweise mit allen seinen „Bauteilen“ konzipiert für Bewegung. Heute verbringen wir Tag für Tag in überwiegend sitzender Position (sei es am Schreibtisch oder auf dem Hin- oder Heimweg) und bedienen uns überwiegend unserer geistigen Kräfte. Auch unser Körper ist klug: Was wir nicht (oder kaum) benutzen, wird reduziert – die Leistungsfähigkeit unserer Muskeln samt der des Herzens nimmt ab. Wer also nicht zu den, so gesehen, Glücklichen gehört, deren tägliche Aufgaben auch den Körper mitbeschäftigen, muss sich im Klaren sein, dass er sein Herz fördern und fordern muss, damit es nicht vor der Zeit nachlässt. 


Darum ist Sport herzensgut


Nachgewiesenermaßen trägt Sport wesentlich dazu bei, Fett- und Kalkablagerungen in den Blutgefäßen (Arteriosklerose) und somit die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Allein schon durch den positiven Effekt auf die Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie auf das Körpergewicht hat regelmäßige Bewegung einen hohen Wert für die (Herz-)Gesundheit. Außerdem unmittelbar durch die Tatsache, dass unser Herz durch Training (wieder) lernt, effektiver zu arbeiten. Bei längeren Belastungseinheiten benötigt unsere Muskulatur mehr Sauerstoff und Energie als bei körperlicher Ruhe. Anfangs wird das Herz schneller schlagen (der Puls steigt), um genug „Treibstoff“ zur Verfügung zu stellen. Wiederholen wir jedoch immer wieder (zwei- bis dreimal pro Woche) diese Herausforderung, passt sich unser „Motor“ an und bemüht sich, mit jedem Schlag/Takt mehr Blut und somit mehr Energie und Sauerstoff zu befördern – das Schlagvolumen erhöht sich, der Puls steigt langsamer an und die Regeneration erfolgt schneller. Das ist auch der Grund, warum Sportler generell einen niedrigeren Ruhe- und Belastungspuls haben. Aller Anfang ist schwer – doch jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.


Was bewegt unser Herz?


Es kommt auf die Ausgangslage an. Abhängig von der Konstitution kann es bereits einer sportlichen Leistung gleichkommen, Treppen anstatt der Aufzüge zu benutzen oder alltägliche, zumutbare Distanzen bewusst per Pedes zu überwinden. Eine Steigerung wären zusätzliche Ausdauereinheiten wie „strammes“ Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen etc. Auch sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun kann motivieren, es gibt genügend Angebote für die unterschiedlichsten Bedürfnisse und Voraussetzungen. Man wird feststellen, dass man sich durch die Bewegung nicht nur körperlich fitter, sondern auch ausgeglichener fühlt – psychischer Stress wird bei physischer Anstrengung gut abgebaut – und die Entspannung hinterher tut ein Übriges.


Wichtig: Zu Beginn des neuen „bewegten Lebens“ nicht zu viel von sich (und dem Herzen) verlangen. Wenn seit dem Schulsport auf körperliche Aktivität verzichtet wurde, besser vorher ärztlichen Rat einholen und „grünes Licht“ geben lassen; sowieso, wenn bereits Einschränkungen/Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen. Eine Pulsuhr kann gute Dienste leisten, damit man sich gerade anfangs nicht überfordert, auch ist die Einnahme bestimmter Medikamente (von z.B. Betablockern), welche das Pulsverhalten beeinflussen, bei der Berechnung des idealen Trainingspulses zu berücksichtigen (hier unbedingt vor dem Start den Rat des Kardiologen einholen).

 

 

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